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Ein Kopf mit roter Nase und vielen Ideen |
Was fragt man einen Clown? Gar nicht so einfach ... Sollen die Fragen lustig sein, besonders ernst oder möglichst intellektuell? Nein, doch am besten so, wie die Komik der Clowns auch ist: einfach, naiv, manchmal sogar banal. Genau das macht das Komische aus. Komisch ist Oleg Popov eigentlich gar nicht. Im Gegenteil, er wirkt schon fast nachdenklich. Der wohl bekannteste Clown der Welt sitzt seelenruhig in seinem Requisiten-Wohnwagen. Um ihn herum herrscht geordnetes, buntes Chaos. Überall liegen die typisch karierten Popov-Clownmützen, Plastikblumen hängen an der Wand, Schminke türmt sich auf dem kleinen Tischchen mit dem Spiegel, rundherum beleuchtet von nackten Glühbirnen.
Menschen zum Lachen bringen
Gibt es Tage, an denen es einem Clown schwer fällt, die Leute draußen im Zelt zum Lachen zu bringen? „Natürlich, aber man darf es sich nicht anmerken lassen“, übersetzt seine Frau Gabriele. Popov selbst spricht kein deutsch oder zumindest nicht so gut, als dass es für ein Interview ausreichen würde.
In der Manege braucht der Russe kein deutsch. Er braucht überhaupt keine Sprache. Seine Mimik, seine Gestik sind Sprache genug. Durch bloßes Anlächeln bringt er eine Blume zum Erblühen und mit einer kleinen Handbewegung schüttet er Sonnenstrahlen aus seinem Körbchen ins Publikum. Wie viele Requisiten haben Sie eigentlich, Herr Popov? „Ich wünsche jedem Clown der Welt, dass er mehr Ideen im Kopf hat, als Requisiten um sich“, sagt er mit einem Lächeln.
Die blauen Augen blicken aufgeweckt, die rote Clownnase leuchtet, während seine Hände ruhig im Schoß ruhen. Seit mehr als 50 Jahren steht Oleg Popov inzwischen auf der Bühne. In diesem Jahr feiert er seinen 80. Geburtstag. Wie hat sich denn in all den Jahren der Zirkus verändert? „Die Tricks der Artisten sind größtenteils die gleichen geblieben, doch das Drumherum hat sich verändert“, erzählt Popov. Die Musik, die Choreografien seien moderner geworden. Viel Wert werde auf Lichteffekte und Körperkunst gelegt. |
06.02.2010 17:27 Eingetragen am 06.02.2010 |
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